Rundbrief lesen

Regelmäßig versende ich einen Rundbrief mit aktuellen Terminen und Gedankenimpulsen, die ich in Auszügen auf diese Seite einbinde.
Wer den Rundbrief gesendet bekommen möchte, kann mir eine Mail senden und wird dann in meinen Verteiler aufgenommen. Der Rundbrief kann jederzeit unkompliziert per mail wieder gekündigt werden.

Auszug Rundbrief 1. Oktober 2020
Der Herbst hat begonnen. Und ich hoffe sehr, dass er noch möglichst viele milde und sonnige Stunden für uns bereit hält.
Am kommenden Sonntag, dem 4. Oktober findet unser nächster "Corona und WIR - Dialog im Wald" statt. Dazu möchte ich hiermit herzlich einladen (bitte anmelden). Hier ist der link http://www.ulrike-fahlbusch.de/corona-und-wir-dialog-im-wald.html

Angepasst an die neue Jahreszeit haben wir beschlossen, in den nächsten Wochen/Monaten erst um 10.30 Uhr zu starten. Und natürlich werden wir den Ablauf jeweils an die aktuellen Wetterbedingungen anpassen. Wie immer starten wir mit einem Schweigepaziergang ...
Tja - warum Schweigen, wenn es doch soviel zu sagen, zu fragen, zu (ver)zweifeln, mitzuteilen und zu beklagen gibt? Angesichts einer Situation, in der nichts mehr sicher scheint und der Boden unter den Füßen schwankt. Schweigen, innehalten, verlangsamen. Stille. Wir sind es als Gesellschaft nicht mehr gewohnt, dass die Dinge "ihre Zeit" haben. Eingezwängt in den vorgegebenen Takt einer Leistungswelt klingt das Wort Stille fast wie Faulheit. Wie könnte wohl eine Welt aussehen, in der Muße und innere Einkehr wieder ihren Wert hat. Ist die Corona Zeit nicht eine einmalige Chance zum Innehalten und Hinterfragen, ob die ehemalige "Normalität" wirklich das ist, was wir uns wieder wünschen? Stellt sich die Frage, wie die neue Normalität aussieht. Mutieren wir jetzt zum Homo Hygienicus, der sich ausgestattet mit MNS, Desinfektionsmittel, Distanz und Impfstoff in Sicherheit vor Krankheit und Sterben wiegt? Vielleicht müssen wir erstmal viel Schweigen und Atmen, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Und ja - wir müssen auch miteinander reden. Uns austauschen,  miteinander verbinden, aus der Isolation der eigenen Ängste und Gedankenschleifen ausbrechen. Andere Sichtweisen und Meinungen wieder an uns heranlassen. Das öffnet den Weg zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Damit sind wir Teil der Lösung, auch wenn wir uns aktuell noch ratlos oder auch verängstigt fühlen.

Mir persönlich tut es immer gut, mich vielseitig zu informieren. Das hilft mir, Abstand zu gewinnen, meine eigene Einstellung zu hinterfragen und auch neue Verknüpfungen herzustellen. Auf meiner Webseite habe ich deshalb jetzt auch unter dem Motto "Angst oder Liebe" eine Linkseite mit Buchempfehlungen und Verlinkungen rundum das aktuelle C-Thema und Gesundheitskultur eingerichtet, die ich nach und nach ergänzen werde. http://www.ulrike-fahlbusch.de/angst-oder-liebe.htm

lAuszug Rundbrief September 2020

Unter dem Motto "Corona und WIR" findet nun schon seit Mitte Juni regelmäßig (meist 14-tägig)  der Dialog im Wald statt. Und wir möchten auch in den kommenden Wochen und Monaten - in der kühlen Jahreszeit - diese Möglichkeit des Austausch weiter fortführen. Dazu werden wir den Ablauf an die herbstlich/winterlichen Gegebenheiten natürlich anpassen. Wie das genau aussehen kann, beschäftigt uns im "Dialog-Keimblatt-Team" derzeit. Wir freuen in jedem Fall, wenn DU, wenn IHR weiterhin mit uns verbunden bleibt und auch die Idee des Dialogs weiter tragt... mit uns hier vor Ort oder in eurem Umfeld. Teilt auch gern mit, wie es euch geht und vielleicht seid Ihr ja gelegentlich hier mal wieder dabei!

Jeder Dialog hat seine ganz eigene Energie. Menschen kommen mit unterschiedlichsten Anliegen und Grundannahmen, Wünschen und Erwartungen. Das alles prägt den jeweiligen Dialog, erzeugt eine ganz eigene Stimmung und Besonderheit, auch wenn der Ablauf - der stille Spaziergang, die Gestaltung und das sich daraus ergebende Gespräch - jedesmal gleich erscheint. Ich schätze diesen Walddialog und auch die Reflektion in unserem Keimblatt-Team von mal zu mal mehr. Ich nehme es als einen persönlichen, aber auch gemeinschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsweg wahr. Für mich selbst als Initatorin ist es die Besonderheit, auf unterschiedlichen Ebenen hin und her zu surfen, Begleiterin und Teilnehmerin gleichzeitig zu sein.

Für uns alle gilt: Vertrauen in die Unvorhersehbarkeit gewinnen, sich jedesmal wieder neu einlassen, sich dem lebendigen Prozess hingeben, möglichst viel offen lassen und doch fokussiert bleiben, achtsam sein, Wesentliches von Herzen zum Ausdruck bringen. Kürzlich fiel beim Dialog das Wort "anspruchsvoll". Und das passt sicher ganz gut. Und warum sollten wir auch nicht anspruchsvoll sein? Die Fähigkeit, sich auf schwankendem Boden sicher und zuversichtlich bewegen zu können, ist ein lohnenswertes Ziel. Es bedeutet nämlich, sich psychisch zu stabilisieren und gesund zu bleiben, gesund zu werden. Das ist Gesundheitskultur. Wir kultivieren Haltungen, die heilsam sind, die unser Immunsystem stärken. Einander den Rücken stärken. Einander Halt geben. Einander ermutigen. In einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz und Abgrenzung basiert, ist das ein intensiver Lernprozess. Heilsame, einander ermutigende und stärkende Haltungen wollen eingeübt werden. So können wir unseren inneren Kompass wiederfinden, der uns zeigt, welcher Weg sich gut und richtig anfühlt.

Ich hoffe und wünsche sehr, dass immer mehr Menschen diesen Weg der Selbstbestimmung gehen und dass das Streben nach "Gesundheit" in Zukunft eine ganzheitliche Bedeutung haben wird. Dazu gehört insbesondere, dass viele Menschen verstehen werden, dass wir so etwas Wunderbares wie ein Immunsystem haben, dass auf positive Erfahrungen mit Stärke reagiert und uns vor Krankheiten schützt. Dazu möchte ich gern das Buch "Was uns krank macht, was uns heilt" empfehlen. Es wurde geschrieben von dem Psychoneuroimmunologen Prof. Christian Schubert und hat aus meiner Sicht gerade in diesen Zeiten eine wachsende wichtige Bedeutung. Mögen sich diese Erkenntnisse auf breiter Ebene durchsetzen und einem neuen Gesundheitsparadigma den Weg bereiten. Eigenverantwortung statt Bevormundung, Liebe statt Angst!

Angst und Panik ist aktuell ein großes, womöglich noch wachsendes Thema. Ich befürchte, dass wir gar nicht so viele Therapeut*innen haben werden, um all die psychischen Probleme auffangen zu können, die sich aktuell immer mehr auszubreiten scheinen. Schon deshalb ist ein gesundheitsfördernder, auf Gemeinschaft und Unterstützung ausgerichteter Lebensstil so wichtig. Das alltägliche Leben kann eine Quelle für ganzheitliche Heilungsprozesse sein, ist aber allzu oft der Nährboden von Kränkungen und damit von Krankheit. Lasst uns diese Tatsache gemeinsam ins Bewusstsein holen und einander so oft wie möglich an das erinnern, was heilt!