Rundbrief lesen

Regelmäßig versende ich einen Rundbrief mit aktuellen Terminen und Gedankenimpulsen, die ich in Auszügen auf diese Seite einbinde.
Wer den Rundbrief gesendet bekommen möchte, kann mir eine Mail senden und wird dann in meinen Verteiler aufgenommen. Der Rundbrief kann jederzeit unkompliziert per mail wieder gekündigt werden.

Auszug Rundbrief 14. Oktober 2020

Danke an alle, die bisher (einmal oder inzwischen schon mehrfach) am Walddialog teilgenommen haben. Diese Begegnungen sind ein stärkendes Lebenselixier und sie geben Hoffnung. Manchmal entsteht ein Staunen darüber, wie es möglich ist, nach so kurzer Zeit in einen derart ermutigenden Austausch zu kommen. Nicht immer kreisen die Themen ausschließlich um das C-Thema. Es ist vielleicht die Stille, die uns tiefer tauchen lässt. Dann wird sichtbar, dass Corona grelle Lichtkegel auf all die Themen richtet, die auch schon vor der Krise vorhanden waren. Persönliche Ängste und Traumata, ständige Überforderung und Erschöpfung, aber auch unaufgeräumte Beziehungen, ungelebte Träume, Potentiale und Wünsche. Es wirft zudem Licht auf politische Zusammenhänge, globale Ungerechtigkeiten, Machtbessenheit und Gewaltexzesse. Wie kommen wir mit all diesem Schmerz klar. Wie oder durch was finden WIR, findet die Menschheit und der Planet Erde tiefgehende Heilung.

Doch was bedeutet das Wort Heilung überhaupt. Was fühlt sich gesund und richtig an? Aktuell fühlt sich das Meiste, was seit Monaten zum "Schutz der Gesundheit" verordnet wird, für mich persönlich falsch an. Es "beisst" sich mit meinem grundlegenden Bedürfnis und Streben nach Selbstbestimmung, Fürsorge und achtsamer, schöpferischer, solidarischer Lebensgestaltung. Mein innerer Kompass zeigt eindeutig in eine andere Richtung. Und das nicht erst seit der C-Krise. Und doch gibt es unzählige Menschen, die das anders sehen und erleben. Deren Ängste und Schutzbedürfnis nehme ich wahr und respektiere sie. Manchmal sitzt Angst oder eine Überzeugung tief und ist für Dialog (noch) nicht erreichbar. Sehr oft reicht aber echte mitmenschliche Begegnung und achtsamer Austausch, wie wir ihn z.B. im Walddialog kultivieren, um Gefühle wie Ohnmacht, Unbehagen und Angst zu lindern.

Ängste, so irrational sie manchen von uns erscheinen mögen, sind eine starke Kraft und können nicht mal eben wegrationalisiert werden. Natürlich schon gar nicht, wenn tagein und tagaus bedrohlich erscheinende Informationen über die Bildschirme flattern. Das prägt sich tief in die Zellen ein und verschwindet dann leider auch nicht mehr so schnell. Deshalb lieber Fernseher aus. Hoffen wir, dass die Leitmedien allmählich vielschichtiger und differenzierter berichten. Erste  Anfänge sind gemacht. Wer es noch nicht gesehen hat, hier der link auf ein ARD Extra, das kürzlich gesendet wurde https://www.youtube.com/watch?v=P32pM0RuxLo&feature=youtu.be

Aus meiner Sicht ist die aktuelle Krise ein Weckruf. Und ich bin überzeugt, dass wir alle in jedem Augenblick dazu beitragen können, dass dieser Weckruf von immer mehr Menschen gehört wird. Dabei sind es vielleicht gerade die ganz kleinen Dinge, die von Bedeutung sind. Wach und präsent den Alltag leben. Aufeinander zugehen und offen bleiben. Geduldig. Entwicklung geschieht manchmal in Sprüngen, aber dann müssen auch wieder die kleinen Schritte gegangen werden. Im stillen gemeinsamen Waldspaziergang ist es für mich sehr schön erfahrbar, wie in Gemeinschaft diese Herausforderung leichter zu (er) leben ist. Wir gehen langsam, nicht weit. Und kommen mit einem gelösteren Grundgefühl und einer neuen Sicht wieder zu dem Platz zurück, an dem wir gestartet sind. Von dort aus ändern wir das, was JETZT gerade möglich ist. Nicht mehr und nicht weniger. In dem Wissen, dass es überall Menschen gibt, die auch ihren Teil beitragen. Wie entlastend, wie wohltuend, wie Kraft spendend.

Auszug Rundbrief 1. Oktober 2020
Der Herbst hat begonnen. Und ich hoffe sehr, dass er noch möglichst viele milde und sonnige Stunden für uns bereit hält.
Am kommenden Sonntag, dem 4. Oktober findet unser nächster "Corona und WIR - Dialog im Wald" statt. Dazu möchte ich hiermit herzlich einladen (bitte anmelden). Hier ist der link http://www.ulrike-fahlbusch.de/corona-und-wir-dialog-im-wald.html

Angepasst an die neue Jahreszeit haben wir beschlossen, in den nächsten Wochen/Monaten erst um 10.30 Uhr zu starten. Und natürlich werden wir den Ablauf jeweils an die aktuellen Wetterbedingungen anpassen. Wie immer starten wir mit einem Schweigepaziergang ...
Tja - warum Schweigen, wenn es doch soviel zu sagen, zu fragen, zu (ver)zweifeln, mitzuteilen und zu beklagen gibt? Angesichts einer Situation, in der nichts mehr sicher scheint und der Boden unter den Füßen schwankt. Schweigen, innehalten, verlangsamen. Stille. Wir sind es als Gesellschaft nicht mehr gewohnt, dass die Dinge "ihre Zeit" haben. Eingezwängt in den vorgegebenen Takt einer Leistungswelt klingt das Wort Stille fast wie Faulheit. Wie könnte wohl eine Welt aussehen, in der Muße und innere Einkehr wieder ihren Wert hat. Ist die Corona Zeit nicht eine einmalige Chance zum Innehalten und Hinterfragen, ob die ehemalige "Normalität" wirklich das ist, was wir uns wieder wünschen? Stellt sich die Frage, wie die neue Normalität aussieht. Mutieren wir jetzt zum Homo Hygienicus, der sich ausgestattet mit MNS, Desinfektionsmittel, Distanz und Impfstoff in Sicherheit vor Krankheit und Sterben wiegt? Vielleicht müssen wir erstmal viel Schweigen und Atmen, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Und ja - wir müssen auch miteinander reden. Uns austauschen,  miteinander verbinden, aus der Isolation der eigenen Ängste und Gedankenschleifen ausbrechen. Andere Sichtweisen und Meinungen wieder an uns heranlassen. Das öffnet den Weg zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Damit sind wir Teil der Lösung, auch wenn wir uns aktuell noch ratlos oder auch verängstigt fühlen.

Mir persönlich tut es immer gut, mich vielseitig zu informieren. Das hilft mir, Abstand zu gewinnen, meine eigene Einstellung zu hinterfragen und auch neue Verknüpfungen herzustellen. Auf meiner Webseite habe ich deshalb jetzt auch unter dem Motto "Angst oder Liebe" eine Linkseite mit Buchempfehlungen und Verlinkungen rundum das aktuelle C-Thema und Gesundheitskultur eingerichtet, die ich nach und nach ergänzen werde. http://www.ulrike-fahlbusch.de/angst-oder-liebe.htm

lAuszug Rundbrief September 2020

Unter dem Motto "Corona und WIR" findet nun schon seit Mitte Juni regelmäßig (meist 14-tägig)  der Dialog im Wald statt. Und wir möchten auch in den kommenden Wochen und Monaten - in der kühlen Jahreszeit - diese Möglichkeit des Austausch weiter fortführen. Dazu werden wir den Ablauf an die herbstlich/winterlichen Gegebenheiten natürlich anpassen. Wie das genau aussehen kann, beschäftigt uns im "Dialog-Keimblatt-Team" derzeit. Wir freuen in jedem Fall, wenn DU, wenn IHR weiterhin mit uns verbunden bleibt und auch die Idee des Dialogs weiter tragt... mit uns hier vor Ort oder in eurem Umfeld. Teilt auch gern mit, wie es euch geht und vielleicht seid Ihr ja gelegentlich hier mal wieder dabei!

Jeder Dialog hat seine ganz eigene Energie. Menschen kommen mit unterschiedlichsten Anliegen und Grundannahmen, Wünschen und Erwartungen. Das alles prägt den jeweiligen Dialog, erzeugt eine ganz eigene Stimmung und Besonderheit, auch wenn der Ablauf - der stille Spaziergang, die Gestaltung und das sich daraus ergebende Gespräch - jedesmal gleich erscheint. Ich schätze diesen Walddialog und auch die Reflektion in unserem Keimblatt-Team von mal zu mal mehr. Ich nehme es als einen persönlichen, aber auch gemeinschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsweg wahr. Für mich selbst als Initatorin ist es die Besonderheit, auf unterschiedlichen Ebenen hin und her zu surfen, Begleiterin und Teilnehmerin gleichzeitig zu sein.

Für uns alle gilt: Vertrauen in die Unvorhersehbarkeit gewinnen, sich jedesmal wieder neu einlassen, sich dem lebendigen Prozess hingeben, möglichst viel offen lassen und doch fokussiert bleiben, achtsam sein, Wesentliches von Herzen zum Ausdruck bringen. Kürzlich fiel beim Dialog das Wort "anspruchsvoll". Und das passt sicher ganz gut. Und warum sollten wir auch nicht anspruchsvoll sein? Die Fähigkeit, sich auf schwankendem Boden sicher und zuversichtlich bewegen zu können, ist ein lohnenswertes Ziel. Es bedeutet nämlich, sich psychisch zu stabilisieren und gesund zu bleiben, gesund zu werden. Das ist Gesundheitskultur. Wir kultivieren Haltungen, die heilsam sind, die unser Immunsystem stärken. Einander den Rücken stärken. Einander Halt geben. Einander ermutigen. In einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz und Abgrenzung basiert, ist das ein intensiver Lernprozess. Heilsame, einander ermutigende und stärkende Haltungen wollen eingeübt werden. So können wir unseren inneren Kompass wiederfinden, der uns zeigt, welcher Weg sich gut und richtig anfühlt.

Ich hoffe und wünsche sehr, dass immer mehr Menschen diesen Weg der Selbstbestimmung gehen und dass das Streben nach "Gesundheit" in Zukunft eine ganzheitliche Bedeutung haben wird. Dazu gehört insbesondere, dass viele Menschen verstehen werden, dass wir so etwas Wunderbares wie ein Immunsystem haben, dass auf positive Erfahrungen mit Stärke reagiert und uns vor Krankheiten schützt. Dazu möchte ich gern das Buch "Was uns krank macht, was uns heilt" empfehlen. Es wurde geschrieben von dem Psychoneuroimmunologen Prof. Christian Schubert und hat aus meiner Sicht gerade in diesen Zeiten eine wachsende wichtige Bedeutung. Mögen sich diese Erkenntnisse auf breiter Ebene durchsetzen und einem neuen Gesundheitsparadigma den Weg bereiten. Eigenverantwortung statt Bevormundung, Liebe statt Angst!

Angst und Panik ist aktuell ein großes, womöglich noch wachsendes Thema. Ich befürchte, dass wir gar nicht so viele Therapeut*innen haben werden, um all die psychischen Probleme auffangen zu können, die sich aktuell immer mehr auszubreiten scheinen. Schon deshalb ist ein gesundheitsfördernder, auf Gemeinschaft und Unterstützung ausgerichteter Lebensstil so wichtig. Das alltägliche Leben kann eine Quelle für ganzheitliche Heilungsprozesse sein, ist aber allzu oft der Nährboden von Kränkungen und damit von Krankheit. Lasst uns diese Tatsache gemeinsam ins Bewusstsein holen und einander so oft wie möglich an das erinnern, was heilt!