Dialog im Wald

Regelmäßig laden wir seit Frühsommer 2020  zum "Dialog im Wald" ein. Der Walddialog ist ein offener Raum, um neue Kraft zu tanken, Gefühle und Erfahrungen zu teilen. Im achtsamen Miteinander können wir Zuversicht schöpfen und neue Perspektiven gewinnen.

update Ende Oktober 2021: Aus dem "Corona und WIR" Walddialog ist eine kleine lokale Gruppe entstanden. Gemeinsam werden wir uns weiterhin treffen und unsere Visionen von einer "besseren Welt" miteinander teilen....

aktuelle offene Termine "Dialog im Wald" sind ggfls. unter Aktuelles zu finden

Wesentliche Elemente des "Dialog im Wald" sind ein stiller Spaziergang und eine gemeinsame Naturgestaltung. So gewinnen wir Abstand von vordergründigen Gedanken und finden Zugang zu dem, was uns tief im Inneren beschäftigt. Das Setting des "Dialog im Wald" kann für unterschiedliche Anliegen eingesetzt werden.

Warum laden wir zum Walddialog unter dem Motto "Corona und WIR" ein? 
Durch die schon lange währenden C-Maßnahmen fühlen sich viele Menschen erschöpft. Durch die unterschiedliche Einschätzung der Lage gehen inzwischen tiefe Risse durch die Gesellschaft. Familien und Freundschaften zerbrechen, Menschen fühlen sich unter Druck.
Über diese Erfahrungen miteinander ins Gespräch zu kommen, wird zumeist als sehr entlastend empfunden. Wir sind der Überzeugung, dass es mehr denn je Möglichkeiten des respektvollen Austauschs braucht und sich mit anderen Menschen zu vernetzen. Dazu möchten wir mit diesem Projekt beitragen.

Uns vereint die "Suche" nach einer Haltung der Ermutigung und Wertschätzung. Wir streben an, uns mit Offenheit zuzuhören und uns von Herzen mitzuteilen was uns wirklich von Bedeutung ist.

Zur Teilnahme ist eine verbindliche Anmeldung nötig. ( update Oktober 2021: aktuell ist keine Anmeldung möglich. )Danach bekommst du weitere Infos zum Treffpunkt und zum Ablauf. Du bist interessiert, dann melde dich per mail   info@ulrike-fahlbusch.de

Auszüge aus meinen Rundbriefen zum Walddialog:

Gestern war ich allein oben an unserem Platz und habe eine längere
Zeit dort verweilt. An den Baum gelehnt, vertieft in meinen Atemfluss,
hinein gelauscht in mich selbst, mich mehr und mehr verbindend mit der
umgebenden Natur. Beim Weg den kleinen Pfad hinauf liegt an einer
Stelle derzeit ein entwurzelter Baum quer. Und ja - vieles fühlt sich
entwurzelt an in diesen Zeiten. Vieles liegt quer und es braucht viel
Kraft, um all den schrillen Umständen zu begegnen. Dabei friedlich und
gelassen zu sein. Schön, wenn es gelingt. Das klappt leider nicht
immer, jedenfalls bei mir nicht. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist?

Könnte es nicht wirklich und wahrhaftig so sein, dass die Welt eine
friedlichere sein wird, wenn sich mehr und mehr Menschen immer öfter
auf das Heilsame, Verbindende und Friedvolle ausrichten? Und was ist
aber mit all den Zweifeln und Verzweiflungen, der Wut und den Ängsten,
die immer wieder Raum greifen und uns anderes einflüstern wollen?

Oben im Wald neben unserem Dialog Platz ist in den vergangenen Monaten
ein Visionsbaum entstanden. Gestern sah ich ein neues Tuch (ich glaube
die Schrift erkannt zu haben 😉), auf dem sinngemäß geschrieben steht,
dass es Zeit ist unsere Lebensweise und unseren Umgang miteinander zu
überprüfen. Das sehe ich auch so. Ich denke, dass es von Bedeutung
ist, Verhaltensweisen zu leben, die zutiefst nährend, kraftspendend
und unterstützend sind.

In diesem Sinne freue ich mich, wenn wir uns beim Walddialog am
Sonntag sehen. Dieses Mal oder ein anderes Mal wieder. Wenn wir in
Kontakt bleiben. So können wir gemeinsam Oasen des heilsamen
Miteinanders schaffen.

++++

Tja - kontinuierlicher Dialog sollte eigentlich ein selbstverständlicher Vorgang in unserem Leben und in unserer gesamten Menschheitsfamilie sein. Und damit meine ich mehr als einen Schlagabtausch über vermeintliche Fakten oder Meinungen, mehr als Recht haben wollen. Im echten Dialog kann eine Vielfalt an Meinungen, Weltsichten und Handlungsmöglichkeiten nebeneinander bestehen. Im Dialog können wir potentiell über uns hinaus wachsen. Dialog ist eine Haltung - wir können sie uns "erarbeiten".  In diesem Prozess kann Neues entstehen. Heilsames. Wir können blühende Lebenswelten erschaffen, einander sich ergänzend, bereichernd und inspirierend. Mensch und Mitwelt im Einklang.

Doch wo steuert die Menschheit gerade hin?  Und was bedeutet das für uns Menschen in unseren jeweiligen Lebenswelten und Lebensphasen?  Mit unseren Hoffnungen und Wünschen für ein gutes Leben? Die C – Krise erlebe ich derzeit wie ein Brennglas, das alle bereits zuvor bestehenden Themen zu  verstärken scheint.  Und was da zu beobachten ist, könnte widersprüchlicher nicht sein. Bei den einen ist es Hoffnung, Aufbruch, Erneuerung. Bei anderen Verzweiflung, Angst, Panik, Aggression und Ohnmacht. Unterschiedliche Weltsichten prallen aufeinander und scheinen allzu oft unvereinbar. Freundschaften zerbrechen aufgrund von Streitereien über profundes epidemiologisches Halbwissen. Wie absurd. Und schauen wir in den Rest der Welt, sehen wir wie Elend, Hunger, Barbarei und Ungerechtigkeit inzwischen ein unvorstellbar dramatisches Ausmaß annimmt.

Schwer anzuerkennen, dass es da keine einfachen Lösungen geben wird. Dass wir alle einen Weg finden müssen, mit all den gravierenden Herausforderungen dieser Zeit einen stimmigen Umgang zu finden. Wie kann der Weg aussehen? Sind wir zu klein, um Teil der Lösung zu sein? Nein. Was mich jeder bisherige Dialog gelehrt hat, ist die Bedeutsamkeit einer jeden individuellen Erfahrung. Im achtsamen wahrnehmenden Miteinander wird die Zuversicht genährt, dass das eigene Sein bedeutsam ist. Dass wir getragen sind, verbunden, eingebunden in etwas, das größer ist als wir selbst. Dass Angst schwinden kann und Liebe wächst. Dazu ein Zitat, das ich einem Buch von Malidoma Somè über Heilkunst und Gemeinschaft gefunden habe:

…. unter der Haut, jenseits aller äußeren Umstände und im innersten Herzen des Seins, im Urgrund des Seins, sind wir einander mehr gleich als ungleich ...

Dieser Gedanke kann uns tragen und uns entlasten. Daraus kann viel Gesundes entstehen. In diesem Sinne wünsche ich mir, dass die Idee des heilsamen Dialogs positiv ansteckend wirksam wird. Bis auf Weiteres werden wir also 14-tägig zum stillen Spaziergang in den Ottilienwald einladen, eine Naturgestaltung entstehen lassen und miteinander ins Gespräch kommen. DU bist herzlich eingeladen, das Dialog Netz mit uns zu weben und damit das soziale Bindegewebe zu stärken.

Ulrike Fahlbusch

Ich freue mich, wenn die Idee des "Dialog im Wald" ansteckende Wirkung entfaltet und auch an anderen Orten stattfindet. Gern unterstütze ich Gruppen dabei, eigene Dialogprojekte zu initiieren. Sprecht mich gerne an.

In diesem Sinne freue ich mich auch sehr, dass unser Dialogprojekt inzwischen auf der Webseite der Akademie für Potentialentfaltung empfohlen wird. 

https://www.akademiefuerpotentialentfaltung.org/praxiswerkstatt/

Hier ein Bericht über unseren Walddialog
https://corona-transition.org/dialogsuche-zwischen-wandern-und-schweigen


Der "Dialog im Wald" ist ein Projekt meiner Praxis für Gesundheitskultur und ist grundsätzlich kostenfrei. Wenn du mein Engagement mit einem Solidarbeitrag unterstützen möchtest, freue ich mich. Hier findest du meine Kontonummer